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Regenerative Erzeugung elektrischer Energie

Erstellt von Eugen Mayer |

FTE1 verbringt interessanten Vormittag in Dettinger Wasserkraftwerk

Das Dettinger Wasserkraftwerk ist eines von ehemals 60, und heute immer noch 20 Wasserkraftwerken entlang der ca. 26km langen Lauter, die bei Gutenberg entspringt, sich durch das Lenninger Tal schlängelt, Kirchheim durchquert, und bei Wendlingen in den Neckar mündet. Die Lauter war lange eine wichtige Lebensader und Triebfeder für die Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung im Lenninger Tal.

Das Dettinger Wasserkraftwerk, ein Ausleitungskraftwerk, bei dem das Wasser in den Oberwasserkanal ausgeleitet wird, war einst Teil der ehemaligen Tuchfabrik Berger. Die hydraulische Kraft der Lauter wurde genutzt, um mit zwei Francis-Schachtturbinen (55kW) die Maschinen der Fabrik mittels Riemen anzutreiben. Erst zur Mitte des vorigen Jahrhunderts rückte die Stromerzeugung in den Vordergrund. Anstatt Textilmaschinen wurde dann eine elektrische Maschine mit der Turbinenwelle gekoppelt.

Die Nettostromerzeugung des Kleinwasserkraftwerks, so nennt man Wasserkraftwerke bis zu einer Nennleistung von 1MW, liegt laut Betreiber bei rund 250.000 kWh (zum Vergleich: Das Rheinkraftwerk Iffezheim, das leistungsstärkste Laufwasserkraftwerk Deutschlands, liefert eine Regelarbeit von 862 Mio kWh). Bilanziell können damit rund 50 Haushalte versorgt werden. Reich werden die Anlagenbetreiber nicht - derzeit liegt die Einspeisevergütung bei knapp 12ct/kWh. Doch leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, indem sie umweltverträglich und mit hohem Wirkungsgrad mithelfen, die Grundlast - die Stromproduktion läuft ja 24/7 - zu decken.

Allerdings macht auch den Kleinwasserkraftwerken der Klimawandel zu schaffen: Immer weniger Niederschläge führen zu häufigeren Niedrigwasserereignissen und deswegen zu einer geringeren Stromproduktion. Während früher die Kleinwasserkraftwerke wenige Stunden im Jahr zu Wartungsarbeiten vom Netz getrennt wurden, herrscht heute im Turbinenhaus öfters Stille, weil sich die Wasserturbinen wegen Wassermangel nicht drehen. Starkregenereignisse könnten prinzipiell für einen Ausgleich sorgen. Im Falle des Dettinger Kraftwerks wird dann allerdings weniger Wasser ausgeleitet, um die Anlage vor Schäden zu schützen.

Aber nicht nur der Klimawandel treibt die Anlagenbetreiber um. Sie stöhnen immer wieder unter der Last naturschutzrechtlicher Auflagen. Elektrische Energie aus Fließgewässern ist zwar klimafreundlich, befindet sich aber häufig in einem Spannungsverhältnis zum Naturschutz. Der Bau einer Fischtreppe oder ein Betriebsverbot bei Niedrigwasser kann nach ihren Angaben ein Kleinkraftwerk an den Rand seiner Wirtschaftlichkeit bringen.

Einen herzlichen Dank geht an Reinfried Kirchner, der das Dettinger Wasserkraftwerk im Jahr 2003 übernommen hat. Er ist vor Jahren sogar in die direkte Nachbarschaft gezogen, um sein geliebtes Wasserkraftwerk stets im Blick zu haben und bei Bedarf Interessierten zu zeigen.

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