Wie sieht der Alltag in der MESK zur Zeit aus?

Wie sieht der Alltag an der MESK eigentlich im Moment aus? Eine Frage, die wahrscheinlich viele interessiert. Dementsprechend sind wir der Frage nachgegangen und haben nachgefragt. Unser Schulleiter hat sich netterweise zu einem Interview bereiterklärt.

Herr Schade, wie sieht Ihr Alltag/ eine normale Arbeitswoche normalerweise aus?

Ich komme gegen 7:00 Uhr an der Schule an.

Dann folgt die Abarbeitung von Mails und Anschreiben aus dem KM, dem RP, von den Betrieben, Kammern und Eltern.

Außerdem gehören zu meinem Alltag Besprechungen im Schulleitungsteam, mit Lehrerinnen und Lehrern, das Vorbereiten und Abhalten von Konferenzen (Fachschaft, Klassen, GLK, ÖPR, Steuerungsgruppe, Schulkonferenz….) sowie Anweisungen und Informationen an das Kollegium zu aktuellen Situationen zu geben.

Ebenso dazu gehören die Bearbeitung von Schülerangelegenheiten (SMV, disziplinarische Angelegenheiten, Prüfungen, etc..), Grußworte bei Zeugnisübergaben, Begrüßung von Gästen bei schulischen Veranstaltungen sowie die Pflege von Inhalten des „Öffentlichen Ordners“, die Bearbeitung von Lehrerangelegenheiten (Unterrichtsbesuche, Dienstbeurteilungen, Freistellungen, Fortbildungen, Krankmeldungen, etc..), die Abstimmung im Sekretariat, die Bewirtschaftung des Haushalts (Bestellungen, Investitionen, Zukunftsplanung…), Arbeit am Medienentwicklungsplan und Bewerbung um Fördermittel des Landes für Industrie 4.0. Des Weiteren gehören natürlich auch Telefonate mit Behörden, Schulträger, anderen Schulen, Kammern, Betrieben, Eltern, dem Hohen Reisach, der Stadt Kirchheim, Kooperationspartnern, dem Bund der Selbstständigen, Hochschulen… und die Vorbereitung von schulischen Aktivitäten (Elternabende, I4.0-Präsentationen, Besuche von Landrat und aus der Politik, Infotag der Schule…)dazu.

Absprachen im Schulzentrum mit der JFS sind natürlich auch wichtiger Bestandteil meines Alltags, ebenso wie Gespräche mit Fachberatern, Abwicklung der Vereinstätigkeit (Verein der Freunde und Förderer der MESK), wozu auch Vorstandssitzungen des VFF, Ausschusssitzungen, die Planung und Durchführung von Mitgliederversammlungen und die Umsetzung von Investitionen(z.B. PV-Anlage, Elektroauto….) gehören.

An manchen Tagen stehen auch Außentermine an (Behörden, Kammern, Schulträger, Direktorenvereinigung, Schulleiter des Landkreis, Dienstbesprechungen….)

Mein Tag geht dann so zwischen 17 Uhr und 19 Uhr zu Ende.

Dazu kommen außerdem noch Abendtermine für Lossprechungsfeiern oder Einladungen zu Ausschüssen oder sonstigen Anlässen von den Partnern der Schule, bei denen die Schule vertreten werden muss.

Gelegentlich darf ich auch ein Grußwort sprechen oder eine Rede halten.

Wie sieht Ihr Alltag/ eine normale Arbeitswoche im Moment aus bzw. was unterscheidet sich? 

Die Schulschließung begann mit sehr intensiver Wochenendarbeit zur Vorbereitung des letzten Schultages mit der Organisation des Übergangs in das „Hometeaching“.

Die Tage waren in der ersten Woche länger und nehmen mittlerweile wieder Normalmaß an.

Vieles dreht sich um „Corona“.  Neben vielfältiger Aufgaben, den Lehrauftrag der Schule möglichst gut zu unterstützen (Bereitstellung von Ressourcen, besonders im IT-Bereich, Anleitungen, Klärung von datenschutzrechtlichen Fragen mit der Behörde, Regelungen für Sonderfälle, Klärung von Anfragen aus dem Kollegium….), müssen die Vorgaben der Behörde zum jeweiligen individuellen Schutz umgesetzt und kommuniziert werden.

Telefon- und Mailarbeit haben extrem zugenommen.

Für das Sekretariat mussten Wechselschichten mit Homeoffice eingerichtet werden, was die Bewältigung des Tagesgeschäfts mitten in der Bewerberphase für alle Schularten und auch für ausgeschriebene Lehrerstellen erschwert.  Anders ist vor allem die leere Schule, sehr viel weniger Tätigkeiten im direkten Zusammenhang mit normalem Unterricht. Keine Unterrichtsvertretungen, keine Unterrichtsverlegungen wegen Fortbildungen, außerschulischen Veranstaltungen etc. Vermehrte Anfragen zur Versorgung der Schüler von Eltern und Betrieben. Teilweise sehr fordernde Anfragen.  Es ist toll wahrzunehmen, wie intensiv sich die meisten dieser ungewohnten und herausfordernden Aufgabe erfolgreich stellen. Welche Innovationen entstehen, wie intensiv Kommunikationsmöglichkeiten genutzt werden und wie unsere Homepage die Schule nach außen sehr positiv vertritt.

Wir versuchen die Möglichkeiten der Sondersituation zu finden und zu nutzen. Im Vordergrund steht das Bemühen, die jetzt gemachten Erfahrungen und die vielfältigen erarbeiteten Unterrichte, Unterlagen, Arbeits- und Übungsblätter, Lernvideos etc. nachhaltig werden zu lassen. Ein vorgegebener Rahmen schafft dazu die Grundlage und die Transparenz und erzeugt hoffentlich für alle Beteiligten zukünftig nutzbare Synergien.

Die Vorplanungen für ein möglicherweise sehr straffes Prüfungsprogramm der Abschlussklassen muss soweit möglich vorangetrieben werden. Der Anwesenheitsmangel der Schülerschaft an der Schule bietet auch besondere Chancen bei Aufgaben, für die bei normalem Schulbetrieb  wenig Zeit vorhanden ist und organisatorische Hemmnisse da sind. Die sehr dringend aufzustellenden Gefährdungsbeurteilungen, Umgestaltungen von Werkstätten oder die Erneuerung unseres Metalllagers können mit Rückenwind angegangen werden. All das erfordert intensive Organisationsarbeit.

Auch die IT-Umstellung wird vorangetrieben. Manche Arbeiten sind ohne laufenden Unterricht an der Schule einfacher durchzuführen.

Der Medienentwicklungsplan muss vorangetrieben werden, damit die Schule in den Genuss der IT-Fördermittel des  Bundes kommt.

Der Landkreis richtet an der MESK eine Sammelstelle für medizinische Güter ein, welche die Firmen den Krankenhäusern zur Verfügung stellen können. Wir bieten selbstverständlich dazu unsere Hilfe an.

Was ist noch anders? Es ist eigenartig, Organisationsformen suchen zu müssen, die den direkten Kontakt zwischen den Menschen möglichst reduzieren.  Bei Begegnungen einen großen Abstand einhalten zu müssen. Das bei der Kommunikation oft nur geschriebene Wort erfordert die schwierige Übung, die positive Intension aus Sicht des anderen darin zu finden.

Anders ist auch, dass die Lehrer/innen möglichst wenig an der Schule sein sollen. Das widerspricht sehr stark der wirkungsvollsten Grundlage für erfolgreichen Unterricht.

Einzig für den Schulleiter und seinen Stellvertreter hat die Behörde bisher eine Präsenzpflicht vorgeschrieben….

Corona birgt für unsere Gesellschaft neue Herausforderungen und gleichzeitig natürlich auch viele Probleme. Welchen Herausforderungen und Problemen steht die MESK nun gegenüber?


Einiges davon spiegelt sich bereits in der aktuellen Situation wieder, die ich eben beschrieben habe und hoffentlich sind keine Opfer zu beklagen.

Was außerdem eine sehr große Aufgabe sein wird , ist, den Schulbetrieb wieder in Gang zu setzen und zu normalisieren. Möglicherweise steht ein Prüfungspaket an, das alle unter hohem Zeitdruck setzt.

Wir wollen aber auch versuchen die neuen Erfahrungen und die eingeleiteten neuen Prozesse in der Nachhaltigkeit zu konsolidieren.

Das Kollegium und die Schülerschaft müssen auch in der Schule wieder zu einer Schulgemeinschaft zusammenwachsen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Max-Eyth-Schule in Kirchheim auch in der Krise ein großes Engagement und den nötigen, aber nicht selbstverständlichen Zusammenhalt beweist, den eine gute Schule auszeichnet.

 

Vielen herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben.

Termine

10. November 2020 - 12. November 2020
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