Schulgeschichte

200 Jahre Berufliche Schulen in Kirchheim

In Youtube findet man einen kleinen Film über 200 Jahre Geschichte der Beruflichen Schulen in Kirchheim

    Max von Eyth

    Namensgeber Max von Eyth

    Eyth, Max von (geadelt 1896), Ingenieur und Schriftsteller geb. Kirchheim/Teck 06.05.1836, gest. Ulm 25.08.1906, Sohn des Pfarrers und Dichters Eduard Eyth; wirkte mit bei Fowlers Konstruktion eines Dampfpflugs, den er in Ägypten, Nordamerika, fast allen europäischen Staaten sowie Westindien und Peru einführte; gründete 1884 die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) in Berlin. Außer fachtechnischen Werken schrieb er Skizzen und Erzählungen aus der Welt der Technik.

    Wer war Max von Eyth?

    Max von Eyth kam am 06.05.1836 als ältester Sohn des Lateinlehrers Doktor Eduard Eyth im heutigen "Max-Eyth-Haus" in Kirchheim unter Teck zur Welt.

    Nach seiner Schulzeit in Schöntal an der Jagst wurde er wegen seiner außerordentlichen Begabung in den mathematisch/naturwissenschaftlichen Fächern bereits als 16-jähriger vorzeitig zum Studium des Maschinenbaus am Polytechnikum in Stuttgart zugelassen. Schon vier Jahre später schloß er mit dem Examen ab.

    In der Firma Gotthilf Kuhn, einer bedeutenden Dampfmaschinenfabrik in Stuttgart-Berg sammelte Max von Eyth seine erste ihn prägende Berufserfahrung. Obwohl Absolvent des Polytechnikums, mußte er sich mit einer Schlosserlehre beginnend, über die Tätigkeit als Technischer Zeichner bewähren, bis ihm schließlich die Aufgaben eines Maschinenbauingenieurs übertragen wurden.

    Nach mehrmonatiger Arbeitssuche trat er 1861 als 25-jähriger seinen Dienst bei der Firma Fowler in Leeds (England) an. Die Firma Fowler war der führende Dampfpflughersteller des 19. Jahrhunderts.

    Über 20 Jahre war Max von Eyth für die Firma Fowler tätig. Zunächst als Ingenieur, später hauptsächlich als Sachwalter der Firma für die Verbreitung der Dampfpflugtechnik in aller Welt. Seine Auslandstätigkeit, verbunden mit oft jahrelangen Aufenthalten führten ihn nicht nur durch ganz Europa sondern auch nach Ägypten und Amerika.

    1882 verließ Max von Eyth die Firma Fowler, um in Deutschland eine landwirtschaftliche Gemeinschaft zu gründen, deren Zweck es war, die technischen Fortschritte in der Landtechnik zu bündeln und in Ausstellungen vorzuführen. Dies gelang ihm mit der Gründung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft am 11.11.1885 in Berlin.

    In seinen letzten Lebensjahren, die er in Ulm verbrachte, vollzog er sein Lebenswerk in zahlreichen Schriften und Büchern sowie in über 1000 Zeichnungen, Skizzen und Bildern nach, die in der Öffentlichkeit große Beachtung und große Anerkennung fanden.

    Am 25.08.1906 verstarb Max von Eyth in Ulm.

    Warum ist Max von Eyth der Namensgeber unserer Schule?

    Weil Max von Eyth die bekannteste und berühmteste Persönlichkeit war, die je in Kirchheim geboren wurde. Zahllose Straßen, Schulen und Seen sind nach ihm benannt. Allein im Landkreis Esslingen tragen 20 Straßen seinen Namen.

    Weil das Schaffenswerk von Max Eyth in einmaliger Weise mit unserer Schulstruktur und den an unserer Schule zu vermittelnden Ausbildungsprofilen in Einklang steht. An der gewerblichen Schule in Kirchheim werden alle Auszubildenden des Berufes Landmaschinenmechaniker aus dem gesamten Landesteil Württemberg beschult. Ebenso sind an unserer Schule mehrere Vollzeitschularten sowohl mit technischen als auch mit allgemeinbildenden Bildungsschwerpunkten eingerichtet. Also alles Bereiche, die mit dem Wirken von Max von Eyth eine sehr enge Beziehung haben.

    Weil Max von Eyth als Ingenieur, als Schriftsteller und als Zeichner ein herausragendes, weltweit anerkanntes Lebenswerk geschaffen hat. Der Dampfmaschine, als modernste technische Erfindung des 19. Jahrhunderts und deren Nutzung in Landwirtschaft und Schifffahrt galt seine ganze Zuneigung und Hingabe. Dies hat er literarisch und zeichnerisch in lebendiger Form wie kein anderer der Nachwelt verständlich machen können.

    Wieso ist Max von Eyth zeitlos aktuell?

    Eines der bedrückendsten Probleme der Menschen in den Industriestaaten ist die progressiv fortschreitende Veränderung unserer Umwelt durch die rasante Entwicklung der Technik. Angesichts des Einzuges der Mikroelektronik in alle Lebensbereiche ist daher die zentrale Frage, beherrschen wir noch die Technik oder werden wir bereits von der Technik beherrscht?

    Schon bei der Anwendung der Dampftechnik in der Landwirtschaft erkannte Max von Eyth, dass die Technik nicht zum Selbstzweck werden darf, sondern "Dienerin der Menschheit" sein muss. Er hat immer wieder deutlich gemacht und auch vorgelebt, dass der Mensch führend und bestimmend über die Technik herrschen muss. Seiner Auffassung nach ist dies nur durch die ständige Auseinandersetzung mit allem Neuen zu erreichen. Um die Gefahren und Chancen dieses Neuen richtig erkennen und richtig beurteilen zu können, ist viel Fleiß, Mühe und Arbeit erforderlich. Nur so ist die Beherrschung der Technik möglich.

    „Hinaus, lernen und lernend schaffen.“ - Dies war der Leitspruch des jungen Max von Eyth, mit dem er sich nach England verabschiedete.

    Könnte dieses Motto im Zeitalter der Europäisierung und Globalisierung nicht von einem unserer Zeitgenossen stammen? Weltoffenheit, Risikobereitschaft - gibt es aktuellere Forderungen an unsere Jugend? Und womit kann dieses "schaffende Lernen" besser in Einklang gebracht werden, als mit den Bildungszielen einer modernen beruflichen Schule?

    Zitate von Max von Eyth ohne Verfallsdatum

    • Geize nicht mit Deiner Arbeit und mit schlaflosen Nächten. Keine Arbeit ist verloren.
    • Was Du heute erdenkst und nicht verwerten kannst, mag morgen den Erdball aus den Angeln heben.
    • Auch heute noch wird die entscheidende Initiative des Denkens nicht durch vieles Wissen gefördert.
    • Ihr werdet es nie begreifen, wie die Geschichte der Väter in unser Leben eingreift zum Heil und Unheil.

    Werke

    Hinter Pflug und Schraubstock, 2.Bde (1899)
    Der Kampf um die Cheopspyramide, 2.Bde. (1902)
    Im Strom der Zeit, 3.Bde. (1903/1904)
    Der Schneider von Ulm, 2.Bde. (1906)
    Gesammelte Schriften, 6.Bde. (1909 f.)

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